Kondenswasser am Fenster: Ursachen und wirksame Maßnahmen

Warum beschlagen Fenster von innen? Ursachen von Kondenswasser verstehen und durch richtiges Lüften und Heizen dauerhaft verhindern.

Beispielhafte Situation: Kondenswasser an einem Fenster in Wohnräumen

Kondenswasser am Fenster tritt auf, wenn warme, feuchte Raumluft auf die kalte Fensterscheibe trifft. Die Luft kühlt ab, kann weniger Feuchtigkeit halten und gibt diese als Wassertropfen ab. Besonders im Herbst und Winter ist dieses Phänomen häufig zu beobachten.

Ist das problematisch?

Ja, regelmäßiges Kondenswasser sollte nicht ignoriert werden. Es ist ein Anzeichen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ist oder die Fenster zu kalt sind. Wenn sich das Wasser über längere Zeit sammelt, kann es in die Fensterrahmen, die Fensterbank oder die Wand eindringen und dort Schäden verursachen. Zudem begünstigt hohe Luftfeuchtigkeit Schimmelbildung – nicht nur am Fenster, sondern auch an anderen kalten Stellen wie Außenwandecken.

Gelegentliches Beschlagen nach dem Duschen oder Kochen ist normal und unbedenklich, sofern danach gelüftet wird. Tritt Kondenswasser jedoch täglich auf, vor allem morgens beim Aufstehen, deutet das auf ein Feuchtigkeitsproblem hin.

Ursachen von Kondenswasser am Fenster

Hohe Luftfeuchtigkeit im Raum ist die häufigste Ursache. Menschen geben durch Atmen, Schwitzen, Kochen, Duschen und Wäschetrocknen Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Ohne ausreichendes Lüften steigt die relative Luftfeuchtigkeit auf Werte über 60%, was Kondensation begünstigt.

Niedrige Oberflächentemperatur der Scheibe führt dazu, dass die Luft direkt am Glas abkühlt. Ältere Fenster mit Einfach- oder älterer Doppelverglasung haben schlechtere Dämmwerte als moderne Dreifachverglasungen. Deren Innenscheibe bleibt kälter und neigt stärker zu Kondensation.

Schlafzimmer sind besonders betroffen, da nachts durch Atmung kontinuierlich Feuchtigkeit abgegeben wird, während die Tür meist geschlossen bleibt und nicht gelüftet wird. Die Luftfeuchtigkeit steigt über Nacht auf Werte von 70% oder mehr.

Unzureichende Beheizung führt dazu, dass sowohl die Raumluft als auch die Fensteroberfläche kälter sind. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit steigt.

Wärmebrücken und Fehlstellen an Fensterrahmen oder schlecht gedämmten Rollladenkästen können dazu führen, dass bestimmte Bereiche besonders kalt sind und bevorzugt Kondenswasser bilden.

Außentemperatur spielt eine Rolle: Je kälter es draußen ist, desto kälter wird die Innenseite der Scheibe. Bei starkem Frost kondensiert Feuchtigkeit auch an modernen Fenstern, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist.

Schritt-für-Schritt: Kondenswasser verhindern

1. Regelmäßig stoßlüften

Öffnen Sie die Fenster morgens nach dem Aufstehen vollständig für 5-10 Minuten. Dadurch wird die feuchte Raumluft gegen trockenere Außenluft ausgetauscht. Wiederholen Sie das drei bis vier Mal täglich, insbesondere nach dem Duschen oder Kochen.

2. Im Schlafzimmer vor dem Schlafengehen lüften

Senken Sie die Luftfeuchtigkeit vor der Nacht ab, damit sie nicht während des Schlafs zu stark ansteigt. Morgens direkt nach dem Aufstehen erneut lüften.

3. Heizkörper nicht vollständig abdecken

Stellen Sie sicher, dass Vorhänge, Möbel oder Wäscheständer die Wärmeabgabe des Heizkörpers nicht blockieren. Die warme Luft sollte an den Fenstern vorbeizirkulieren, um die Scheiben zu erwärmen.

4. Raumtemperatur nicht zu stark absenken

Heizen Sie Schlafzimmer auf mindestens 16-18°C. Auch wenn kühlere Schlaftemperaturen angenehm sind, sollte die Temperatur nicht so niedrig sein, dass die Scheiben stark auskühlen.

5. Kondenswasser sofort abwischen

Verwenden Sie ein Tuch oder einen Fensterabzieher, um das Wasser täglich zu entfernen. Lassen Sie es nicht in den Fensterrahmen oder auf die Fensterbank laufen.

6. Luftfeuchtigkeit messen

Nutzen Sie ein Hygrometer, um die tatsächliche Luftfeuchtigkeit zu überwachen. Werte über 60% erfordern verstärktes Lüften oder eine Reduzierung der Feuchtigkeitsquellen.

7. Feuchtigkeitsquellen minimieren

Trocknen Sie Wäsche nicht im Schlafzimmer. Vermeiden Sie eine große Anzahl von Zimmerpflanzen in Räumen, die zu Kondenswasser neigen. Kochen Sie mit geschlossenen Töpfen und schalten Sie die Dunstabzugshaube ein.

8. Rollläden und Vorhänge nachts geöffnet lassen (bei Bedarf)

Geschlossene Rollläden und zugezogene Vorhänge verhindern, dass warme Raumluft an die Scheiben gelangt. Wenn Kondenswasser ein Problem ist, können Sie ausprobieren, ob das Offenlassen die Situation verbessert.

9. Fenster auf Dichtigkeit prüfen

Undichte Fenster können zu kalten Stellen führen, an denen sich bevorzugt Kondenswasser bildet. Zugluft durch undichte Dichtungen sollte behoben werden.

10. Bei älteren Fenstern über Austausch nachdenken

Fenster mit veralteter Verglasung haben schlechte Dämmwerte. Moderne Dreifachverglasungen halten die Innenscheibe deutlich wärmer und reduzieren Kondensation erheblich. Ein Austausch sollte jedoch gut überlegt sein und ist eine langfristige Maßnahme.

Häufige Fehler

Fenster dauerhaft gekippt lassen: Im Winter führt das zu dauerhafter Abkühlung der Fensterlaibung und des Rahmens, ohne dass ausreichend Luft ausgetauscht wird. Kondenswasser tritt dann verstärkt auf.

Nicht lüften, weil es draußen kalt ist: Auch im Winter ist Lüften notwendig. Kalte Außenluft enthält wenig Feuchtigkeit und nimmt nach Erwärmung im Raum Feuchtigkeit auf.

Nur abends lüften: Wenn morgens nicht gelüftet wird, bleibt die über Nacht angestiegene Feuchtigkeit im Raum und kondensiert tagsüber weiter.

Vorhänge direkt am Fenster geschlossen lassen: Dadurch entsteht ein kalter Luftraum zwischen Vorhang und Scheibe, in dem sich Kondenswasser bildet. Besser sind Vorhänge mit Abstand zur Scheibe oder das Offenlassen tagsüber.

Heizung im Schlafzimmer komplett ausschalten: Zu kalte Räume führen zu kalten Scheiben und erhöhter relativer Luftfeuchtigkeit.

Kondenswasser liegen lassen: Das Wasser kann in Fugen, Rahmen und Fensterbank eindringen und dort Schäden verursachen. Tägliches Abwischen ist notwendig.

Unterschied: Kondenswasser innen vs. außen

Kondenswasser innen entsteht, wenn die Raumluftfeuchtigkeit zu hoch ist oder die Innenseite der Scheibe zu kalt ist. Es ist ein Hinweis auf ein Feuchtigkeitsproblem im Raum.

Kondenswasser außen tritt bei modernen, gut gedämmten Fenstern auf, wenn die Außenscheibe kälter als die Außenluft ist. Das passiert vor allem an klaren, kalten Nächten. Es ist kein Problem, sondern ein Zeichen dafür, dass die Fenster gut dämmen und wenig Wärme nach außen abgeben.

Kondenswasser zwischen den Scheiben deutet auf eine defekte Isolierverglasung hin. Die Dichtung ist beschädigt, und Feuchtigkeit ist in den Zwischenraum eingedrungen. In diesem Fall muss die Verglasung ausgetauscht werden.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Kontaktieren Sie einen Fachbetrieb, wenn:

  • Kondenswasser trotz regelmäßigem Lüften und ausreichender Beheizung täglich auftritt
  • Feuchtigkeit in die Fensterbank oder die Wand eindringt und dort Schäden verursacht
  • Schimmel am Fensterrahmen, der Laibung oder der Wand entsteht
  • Die Fenster alt sind und Sie eine Beratung zu modernen Verglasungen wünschen
  • Undichte Stellen an Fenstern oder Rahmen vermutet werden

Fensterbauer können die Dämmwerte bestehender Fenster prüfen und Alternativen vorschlagen. Sachverständige für Schäden an Gebäuden können beurteilen, ob bauliche Mängel wie Wärmebrücken vorliegen.

Kurze Zusammenfassung

Kondenswasser am Fenster entsteht, wenn feuchte Raumluft auf kalte Scheiben trifft. Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung sind regelmäßiges Stoßlüften drei bis vier Mal täglich, ausreichende Beheizung und das sofortige Abwischen des Wassers. Reduzieren Sie Feuchtigkeitsquellen wie Wäschetrocknen im Raum. Bei älteren Fenstern kann ein Austausch gegen moderne Verglasung langfristig helfen. Tritt Kondenswasser trotz aller Maßnahmen dauerhaft auf, sollte eine fachliche Begutachtung erfolgen.

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