Abfluss reinigen: Methoden, Hausmittel und Vorbeugung
Abfluss richtig reinigen, Ablagerungen entfernen und für dauerhaft freien Wasserablauf sorgen. Welche Methoden wirken und was zu beachten ist.
Ein sauberer Abfluss sorgt für freien Wasserablauf und verhindert unangenehme Gerüche. Ablagerungen aus Haaren, Seife, Fett und Kalk setzen sich mit der Zeit in den Rohren fest. Regelmäßige Reinigung beugt Verstopfungen vor und erhält die Funktion des Abflusssystems.
Ist das problematisch?
Ein verschmutzter Abfluss ist nicht nur eine Frage der Hygiene. Ablagerungen verengen die Rohre, verlangsamen den Wasserfluss und schaffen einen Nährboden für Bakterien. Diese bilden einen schmierigen Biofilm, der unangenehm riecht und die Verstopfung beschleunigt.
Wird der Abfluss nicht regelmäßig gereinigt, können sich die Ablagerungen so verfestigen, dass einfache Maßnahmen nicht mehr ausreichen. In diesem Fall sind aufwendige Reinigungen oder sogar der Austausch von Rohrabschnitten erforderlich.
Auch gesundheitlich ist ein vernachlässigter Abfluss bedenklich. Bakterien und Schimmelsporen können sich in der feuchten Umgebung vermehren und über die Raumluft eingeatmet werden. Besonders in Küche und Bad ist Hygiene wichtig.
Ursachen für Verschmutzungen
Haare und organische Rückstände In Bad und Dusche sammeln sich Haare, Hautschuppen und Seifenreste. Diese bilden zusammen mit Wasser eine klebrige Masse, die sich an den Rohrwänden festsetzt und den Durchfluss behindert.
Fett und Öl Fetthaltige Rückstände aus der Küche fließen zunächst flüssig ab, erstarren aber in den kühleren Rohrabschnitten. An den Fettrückständen bleiben Speisereste haften, und es bildet sich eine dicke Schicht.
Kalkablagerungen In Regionen mit hartem Wasser lagert sich Kalk an den Rohrinnenwänden ab. Der Kalk verbindet sich mit Seife zu unlöslichen Rückständen, die das Rohr verengen.
Seifenreste Seife reagiert mit Mineralien im Wasser und bildet Ablagerungen. Diese sammeln sich vor allem im Siphon und in engen Rohrabschnitten.
Fremdkörper und Hygieneartikel Wattestäbchen, Zahnseide oder Essensreste gelangen in den Abfluss und bleiben an Ablagerungen hängen. Dadurch wird die Verstopfung verstärkt.
Mangelnde Wartung Wird der Abfluss über längere Zeit nicht gereinigt, verhärten sich die Ablagerungen. Was anfangs mit einfachen Mitteln zu beseitigen wäre, erfordert später chemische Reiniger oder mechanische Eingriffe.
Schritt-für-Schritt: Abfluss reinigen
Eine regelmäßige Reinigung hält den Abfluss frei und verhindert größere Probleme. Die folgenden Schritte können Sie selbst durchführen.
Schritt 1: Siphon reinigen
Der Siphon ist die erste Sammelstelle für Ablagerungen. Stellen Sie einen Eimer darunter, schrauben Sie den Siphon ab und entfernen Sie alle sichtbaren Rückstände. Spülen Sie den Siphon mit warmem Wasser und einer Bürste gründlich aus. Achten Sie beim Wiederanbringen auf korrekte Abdichtung.
Schritt 2: Abflusssieb reinigen
Entfernen Sie das Abflusssieb und beseitigen Sie Haare, Seifenreste oder andere Ablagerungen. Reinigen Sie das Sieb mit einer Bürste und warmem Wasser. Ein sauberes Sieb verhindert, dass größere Partikel in das Rohr gelangen.
Schritt 3: Hausmittel einsetzen
Geben Sie vier Esslöffel Backpulver in den Abfluss und gießen Sie eine halbe Tasse Essig nach. Die Mischung schäumt auf und löst leichte Ablagerungen. Lassen Sie die Mischung 30 Minuten einwirken und spülen Sie mit heißem Wasser nach.
Schritt 4: Heißes Wasser durchlaufen lassen
Kochen Sie Wasser auf und gießen Sie es vorsichtig in den Abfluss. Heißes Wasser löst Fettablagerungen und spült lose Rückstände weg. Wiederholen Sie den Vorgang zwei- bis dreimal. Bei Kunststoffrohren sollte das Wasser nicht kochend heiß sein.
Schritt 5: Mechanische Reinigung
Verwenden Sie eine Abflussbürste oder eine Rohrreinigungsspirale, um tiefer liegende Ablagerungen zu erreichen. Führen Sie die Bürste vorsichtig in das Rohr ein und drehen Sie sie, um Ablagerungen zu lösen. Spülen Sie anschließend gründlich mit Wasser nach.
Schritt 6: Natronlauge verwenden
Für hartnäckigere Ablagerungen können Sie eine Natronlauge herstellen. Lösen Sie 50 Gramm Ätznatron in einem Liter kaltem Wasser auf. Gießen Sie die Lösung vorsichtig in den Abfluss und lassen Sie sie einige Stunden einwirken. Spülen Sie gründlich mit reichlich Wasser nach. Tragen Sie dabei Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille.
Schritt 7: Nachspülen
Lassen Sie nach jeder Reinigung reichlich Wasser laufen, um alle gelösten Rückstände vollständig aus dem Rohr zu spülen. Prüfen Sie, ob das Wasser wieder ungehindert abfließt.
Häufige Fehler
Chemische Reiniger zu häufig verwenden Chemische Abflussreiniger sind aggressiv und können bei wiederholter Anwendung Rohre und Dichtungen angreifen. Sie sollten nur als letzte Möglichkeit eingesetzt werden.
Heißes Wasser in Kunststoffrohre gießen Kochendes Wasser kann dünne Kunststoffrohre beschädigen. Lassen Sie das Wasser etwas abkühlen oder verwenden Sie nur heißes, nicht siedendes Wasser.
Siphon unvollständig abdichten Nach dem Reinigen muss der Siphon sorgfältig verschraubt werden. Undichte Stellen führen zu Wasseraustritt und möglichen Feuchtigkeitsschäden.
Zu viel Kraft bei der mechanischen Reinigung Übermäßiger Druck kann alte oder beschädigte Rohre weiter schädigen. Arbeiten Sie vorsichtig und kontrolliert.
Fett direkt in den Abfluss gießen Flüssiges Fett aus der Pfanne sollte nicht in den Abfluss gelangen. Lassen Sie es abkühlen, entsorgen Sie es im Restmüll oder in speziellen Behältern.
Reinigung aufschieben Warten Sie nicht, bis der Abfluss verstopft ist. Eine regelmäßige vorbeugende Reinigung ist einfacher und günstiger als die Beseitigung einer Verstopfung.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Kontaktieren Sie einen Fachbetrieb, wenn:
- Der Abfluss trotz Reinigung verstopft bleibt
- Unangenehme Gerüche nach der Reinigung nicht verschwinden
- Mehrere Abflüsse gleichzeitig betroffen sind
- Wasser in ungewöhnliche Bereiche zurückdrückt
- Die Rohre sehr alt sind oder Schäden aufweisen
- Sie keine Erfahrung im Umgang mit Rohrreinigung haben
- Chemische Reiniger keine Wirkung zeigen
Professionelle Rohrreiniger verfügen über Hochdruckreiniger, Kamerasysteme zur Rohrinspektion und Spezialwerkzeuge. Sie können auch schwer zugängliche oder tief liegende Verschmutzungen beseitigen.
Kurze Zusammenfassung
Regelmäßige Abflussreinigung verhindert Verstopfungen und unangenehme Gerüche. Reinigen Sie den Siphon, das Abflusssieb und verwenden Sie Hausmittel wie Backpulver und Essig. Heißes Wasser löst Fettablagerungen, mechanische Hilfsmittel wie Bürsten entfernen hartnäckige Rückstände. Chemische Reiniger sollten nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Eine vorbeugende Reinigung alle paar Wochen hält den Abfluss dauerhaft frei und spart aufwendige Reparaturen.
